Kontinenz- Beckenbodentraining & Behandlung erektiler Dysfunktion insbesondere nach Operationen der Prostata

Vor allem nach der Entfernung der Prostata (RPEKT – radikale Prostatektomie) oder nach einer Ausschabung (TURP – transurethrale Prostataresektion) erleben Männer oft, dass sie ungewollt Harn verlieren (Inkontinenz). Der ungewollte Harnverlust passiert z.B. in der Nacht oder bei diversen Anstrengungen wie z.B. beim Aufstehen, beim Heben von Dingen, beim Husten oder Lachen – manchmal auch nur beim Spazierengehen.

Mit gezielten Übungen lernen Männer jene Muskeln kennen, die für die Kontinenz verantwortlich sind (= Sensibilitätstraining). In weiterer Folge werden diese Muskeln in Ausdauer, Hypertrophie, Maximal- und Schnellkraft trainiert. 

Da sich die Ursachen für die Inkontinenz beim Mann deutlich von jenen der Frau unterscheiden, sprechen wir hier von einem Kontinenztraining und nicht von einem Beckenbodentraining. Entsprechend unterscheiden sich die instruierten Übungen. Das Beckenbodentraining der Frau ist nicht auf den Mann übertragbar.

Wichtig ist der Transfer dieses Trainings in Bewegungen und Maximalbelastungen des Alltags, die durch entsprechende Übungen trainiert werden. 

Bei den oben genannten Eingriffen, kann es zu Nervenschädigungen kommen, so dass die Erektion des Penis eingeschränkt ist oder fehlt (Erektionsstörung, die Orgasmusfähigkeit bleibt dabei erhalten). Je nach Ausmaß des Schadens dauert es bis zu 2 Jahren, bis sich die Nerven wieder regenerieren. Es kann aber auch zu bleibenden Erektionsstörungen kommen.

Ziel der Therapie ist die Durchblutungsförderung mit gezielten Übungen, damit die Schwellkörper erhalten bleiben, und die Kräftigung der für die Erektion nötigen Muskeln. Zusätzlich erhalten Sie Informationen und Beratung über alternative Möglichkeiten zur Herstellung einer Erektion  – entweder für den Wunsch des Geschlechtsverkehrs oder um den Schwellkörper funktionsfähig zu halten, da ein unbenützter Schwellkörper zur Atrophie (Gewebeschwund) führen kann (Vakuum-Therapie, medikamentöse Therapie,…).